Liebe ist...
Schafe können nicht fliegen.

"Da ist kein Reis auf dem Salz", sagst du leise und ich schaue dich verdutzt an.Du kaust und runzelst die Stirn. Und wir brechen in schallendes Gelächter aus.
Willkommen zurück in meinem Leben, Benny!
Da sitzt du nun und versuchst, den letzten Bissen in deinem Mund zu behalten. Du schaffst es.
Du klopfst dir auf die Brust, siehst zu Boden, lächelst und setzt deine Mütze ab.
"Trotzdem ist da kein Salz am Reis." fährst du fort und nimmst den Salzstreuer vom Tisch. Wieder mal haust du viel zu viel davon auf den Reis.
Und ich stehe da, an meinen Kühlschrank gelehnt, und sehe dir zu. Ich grinse glücklich vor mich hin und nippe an meinem Becher Kaffee.
"Jedenfalls war es toll. Ich meine, du musst dir das vorstellen..." du erzählst mir vom Meer, an dem du die letzten Tage warst. Von der untergehenden Sonne, von den spielenden Kindern und den Nächten am Lagerfeuer.
"Es war toll. Einfach wunderbar. Umwerfend." In meinem Kopf läuft 'turn your lights down low' von Bob Marley. Toller Song. Unser Song.
Und du springst auf und wirbelst mich durch die Gegend. Als hättest du es auch gehört. Und deine Hände umfassen meine Taille, und du lässt mich nicht los. Nie mehr. Deine Augen strahlen mich an, und dein Lächeln nimmt mich gefangen, wie immer.
Schön, dass du wieder da bist, Benny.
Du setzt dich wieder, mampfst weiter den nicht-gesalzenen Reis.
"Seit wann kochst du eigentlich?" fragst du mit vollem Mund.
"Och, so ab und zu...." antworte ich verlegen.
Du schüttelst den Kopf. "Ich fass es nich....! Meine Kleine wird ne Hausfrau."
"HE!" ich gebe dir einen leichten Tritt ans Schienbein. Du ziehst mich zu dir auf den Schoß. Lächelst. Legst deine Arme um mich. Und deinen Kopf auf meine Schulter.

Und gemeinsam heben wir ab.


Ich öffne meine Augen. Stille. "Benny?!" flüstere ich in die Stille.
Nichts.
"Benny?!" rufe ich.
Keine Antwort.
Ich seufze. Räume den Teller ab, und der Reis liegt noch darauf. Ungesalzen. Der Salzstreuer steht noch auf dem Tisch. Und nach Umarmung fühlt sich mein Körper nicht an.


Es ist kein Salz auf dem Reis.
3.9.10 14:24


Werbung


Melancholie

Wenn ich mich in einem Buch verliere, gebe ich auf, was ich denken sollte und fühle, was ich fühlen will.

In dem Moment, als ich "Biss zum Morgengrauen" aufschlug, habe ich dich wieder gespürt. Wie du so lange weg warst und als "Edward" wieder aufgetaucht bist.
Nicht als Vampir, nicht ansatzweise so tragisch. Doch das Gefühl war dasselbe. Ist dasselbe. Und ich legte das Buch nicht aus der Hand. Hatte mich doch so gewehrt gegen den ganzen "Vampirquatsch", von dem ich gehört hatte.
Hatte doch nicht gerechnet damit, dass DU plötzlich wieder in meinen Gedanken wärst. So lange habe ich es ohne dich ausgehalten. So lange jede noch so kleine Gehirnwindung von dir zu befreien versucht. Und die Melancholie verschwand mit dir. Es war nicht erfüllender, ohne den Gedanken an dich zu sein. Aber ich konnte besser atmen, schöner lachen und glücklicher sein.
Mit dem Buch, mit dir, ist die Melancholie zurückgekehrt. Und ich halte sie fest, klammere mich daran, weil sie für mich DU bedeutet. Weil ich dich lange vermisst habe. Zu lange schon.
Und ich mache mich auf die sinnlose Suche nach dir. Ich weiß, du hast deine Zelte hier abgebrochen und ich finde dich nicht. Nur, wenn du selbst es willst, werden wir uns wieder haben. Nur, wenn du mich suchst, wirst du mich finden.
Und da du mich nicht suchen wirst, lade ich die Melancholie stellvertretend für dich ein, einen Moment zu verweilen.

Aber die Melancholie ist nicht annähernd so warm, wie du. Fühlt sich nicht annähernd so an. Sie kann mir auch nicht den Blick in deine warmen Augen ersetzen, wenn wir stundenlang geredet haben.

Nein, die Melancholie ist nicht einmal halb so schön, wie du. Nicht einmal halb so wunderbar.

Doch sie ist alles, was ich haben kann. Solange, bis du mich suchst.
8.8.10 21:06


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei
myblog.de