Liebe ist...
Weil du sagst ich zeigs dir nicht...

Vielleicht habe ich zu viele "dieser" Filme gesehen.
Filme, in denen sie sich am Ende immer kriegen. Entgegen aller Widrigkeiten, die das Leben für sie bereit hält.
Für sie, die Liebenden.
Diese 2 Seelen, die jedem Stolperstein ausweichen können, als wäre es nichts. Diese 2 Seelen, die dasselbe empfinden, Tag und Nacht.
Vielleicht habe ich einmal zu oft mitgefiebert, ob sie sich kriegen werden.
Vielleicht haben sie sich einmal zu oft gekriegt.
In meinem Kopf ist, wie in Stein eingemeißelt, diese Idee von der einzig wahren, der echten, Seelenverwandtschaft. Diese Ahnung davon, dass es so eine wirkliche Liebe vielleicht tatsächlich gibt.
Vielleicht hast du ja auch zu viele dieser Filme gesehen.
Denn du tust alles dafür, dass es sich so anfühlt. Du sagst, was ich sagen will und denkst, was ich denke. Und du berührst mich wie zufällig, wenn ich es gerade am meisten brauche.
Du singst mir Lieder, die unter die Haut gehen.
Du schreibst mir Worte, die mir den Atem rauben. Und deine Fingerspitzen auf meinem Arm fühlen sich an, wie Regentropfen an einem heißen Sommertag.
Ja, doch.

Irgendwie bist du wie mein Filmclubausweis, wie ein guter, wunderschöner Independentfilm.

Mit oder ohne Happy End. Du bist es auf jeden Fall wert.
4.6.12 23:02


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Midnightcall

Mitten in der Nacht rufst du mich an.

Ich greife im Dunkeln nach meinem Handy, sehe deine Nummer.

Herzflattern.

Ich versuche, zu definieren, wie man aus diesem Zimmer kommt, das ich nicht kenne. Einfach loslaufen.

Im Flur lehne ich mich an die Wand und frage "JA?!".

Gott sei Dank gehst du ran! flüsterst du.
Logisch. Sage ich.

Dann erzählst du mir davon, dass du mich sehen musst. Dass du gleich vorbei kommen willst. Wenn das ginge.

Das ist schlecht. Sage ich.

Wieso?

Du kannst Fragen stellen! Ich kann dir schlecht sagen, dass ich bei diesem Typen bin, in seiner Wohnung. In seinem Bett. Nackt. Verschwitzt.
Ich will nicht, dass du SO von mir denkst. Ausserdem ist es mir peinlich. Vor dir.

Ich sage, dass du in 1 Stunde kommen kannst. Sage, dass ich erst noch duschen will und so.

5 Uhr Morgens? fragst du erstaunt.

Ja, sage ich. 5 Uhr Morgens. Wo eigentlich kein Mensch wach ist! Zumindest nicht am Sonntag. Und da ich nun wach bin, muss ich aufstehen. Und aufstehen, das heisst: duschen. Logisch?

Ich höre dich leise kichern. Kann genau sehen, wie sich deine Nase dabei kräuselt. Muss grinsen.

Ok, dann bin ich in 1 Stunde da.

Klick.

Herzrasen. Adrenalin. Muss loslaufen. Muss weg hier. Muss jetzt dringend weg!

Ich schleiche zurück ins Dunkle. Höre ihn leise atmen. Sammle meine Sachen vom Fußboden auf. Schnell anziehen. Weg. Schnell weg!

Ich schreibe ihm einen kleinen Abschiedsbrief.

Danke für alles! Bis demnächst!
Pinne ihn an den Spiegel im Flur. Ziehe die Tür leise hinter mir zu.

Orientieren.

Viel zu weit weg von zu Hause. Taxi rufen.

Macht 15 Euro 50. Bezahlen. Fluchen. Aussteigen.
Nach oben hetzen.

Stocken.

Da sitzt du. Vor meiner Haustür. Siehst mich fragend an.
Sag mir bitte, du warst nur schnell Brötchen holen...

Und ich kann nur schweigen. Tür aufschliessen. Dich reinlassen.

Du räumst die Bierflaschen vom Tisch. Schüttelst stumm den Kopf.

Du machst mich echt fertig... sagst du.

Und das alles ist nur deine Schuld, denke ich.

Vergessen. Vielleicht endlich vergessen...

4.4.11 15:37


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